Förderunterricht verpflichtend?


Im Bereich des Schulrechts sind grundsätzlich die einzelnen Bundesländer für Regelungen zuständig. Daher haben die Länder individuelle Landesgesetze, die sich voneinander unterscheiden können.

Grundsätzlich besteht in Deutschland die Schulpflicht.

In Niedersachsen beispielsweise ergibt sich diese aus §§ 63 Abs. 1 S. 1, 65 Abs. 1 und 64 NSchG. Daher sind Kinder und Jugendliche in entsprechendem Alter zum Besuch einer öffentlichen Schule verpflichtet.

„Die Schule hat die Pflicht, die individuellen Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen. Schülerinnen und Schüler sind bei Bedarf zusätzlich zu fördern, um einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Abschluss zu erlangen." (§1 Erziehungs- und Bildungsauftrag (3) Schulgesetz des Landes Sachsen- Anhalt)

Daraus ergibt sich jedoch nicht unmittelbar eine Pflicht, am auferlegten Förderunterricht teilzunehmen.

Grundsätzlich bestehen beispielsweise in den Länderschulgesetzten Regelungen, dass Schüler und Schülerinnen, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um erfolgreich am Schulunterricht teilzunehmen, besonderen Unterricht zum Erwerb oder zur Verbesserung der deutschen Sprache erhalten sollen.

Außerdem verhält es sich im Rahmen von Förderunterricht so, dass die Erziehungsberechtigten und die Lehrkraft, die eine Fördermaßnahme anrät, grundsätzlich kommunizieren und die Zustimmung der Eltern eingeholt wird. Grundsätzlich sind vorgeschlagene Fördermaßnahmen ein Angebot an die Eltern und Schüler, bei der die Erziehungsberechtigten die Anmeldung zur Fördermaßnahme auch widerrufen können.

Förderunterricht gehört üblicherweise zum wahlfreien Unterricht.

Für Schülerinnen und Schüler, die durch die Teilnahme am Unterricht nach der Stundentafel nicht hinreichend gefördert werden können und deshalb einer besonderen, individuellen Förderung bedürfen, um das Ausbildungsziel zu erreichen, ist Förderunterricht als zusätzlicher Pflichtunterricht einzurichten. Der Förderunterricht kann bis zu zwei Wochenstunden betragen. Eine Fördergruppe besteht aus höchstens acht Schülerinnen oder Schülern. Sie soll vier Schülerinnen oder Schüler nicht unterschreiten.

Förderunterricht ist nur für solche Schülerinnen und Schüler einzurichten, die voraussichtlich das Ausbildungsziel, dass Klassenziel bzw. den angestrebten Abschluss nicht erreichen.

Beispiel:
Besonderer Förderunterricht im Schulsport
RdErl. des MK vom 1.9.2012 – 26-520

Sportförderunterricht wird vorrangig für Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1 bis 6 erteilt.
Eine Fördergruppe besteht in der Regel aus acht bis zwölf Teilnehmenden. Die Gruppenstärke sollte die Zahl von 15 Teilnehmenden nicht überschreiten.
Die Teilnahme am Sportförderunterricht ist freiwillig. In jedem Fall ist vor Aufnahme in eine Fördergruppe das Einverständnis der Eltern einzuholen.
Ein Anspruch auf Teilnahme besteht nicht.

 

Wer Mathematik nicht versteht, ist nicht automatisch faul oder dumm, es könnte auch am Lehrer liegen. Und an seiner unzureichenden Ausbildung.

Prozesse laufen im Matheunterricht suboptimal, weil Schüler abgehängt werden, aber Mathematik ein Fach ist, in dem die Schritte sehr stark aufeinander aufbauen. So kommt es, dass Mathelehrer Klassen unterrichten, in denen nur ein paar wenige Schüler begreifen, was an der Tafel steht.

   

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23.12.2019



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