Offene Ganztagsschule





Die offene Ganztagsschule ist ein freiwilliges schulisches Angebot!

Man unterscheidet grob zwischen der gebundenen Ganztagsschule, in der die Schüler verpflichtet sind, ganztägig zur Schule zu gehen, und der offenen Ganztagsschule mit Nachmittagsangeboten, deren Teilnahme freiwillig ist.


Die Nachmittagsbetreuung, die so genannte Offene Ganztagsschule (kurz OGS), wurde durch einen Beschluss der Staatsregierung mit den Kommunalen Spitzenverbänden neu geregelt. Die entscheidende Neuerung dürfte die Kostenfreiheit dieser pädagogischen Maßnahme sein, vieles aber wird wie bisher an unserer Schule unverändert bleiben.

Die offene Ganztagsschule ist ein 
freiwilliges schulisches Angebot der ganztägigen Förderung und Betreuung von Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 10. Eine offene Ganztagsschule kann an Hauptschulen, Förderschulen, Realschulen, Wirtschaftsschulen und Gymnasien eingerichtet werden.

Der Unterricht an offenen Ganztagsschulen findet wie gewohnt überwiegend am Vormittag im Klassenverband statt. Diejenigen Schüler, deren Eltern dies wünschen, besuchen dann nach dem planmäßigen Unterricht die jeweiligen Ganztagsangebote. Eine offene Ganztagsschule setzt voraus, dass an mindestens vier Wochentagen ein ganztägiges Angebot für die Schüler bereitgestellt wird, welches wöchentlich mindestens zwölf Stunden umfasst, dass an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebes für die teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereitgestellt wird und dass die Bildungs- und Betreuungsangebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und durchgeführt werden, und in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht stehen. Die offene Ganztagsschule bietet somit einen verbindlichen Leistungskatalog, der mindestens das Angebot einer täglichen Mittagsverpflegung, einer verlässlichen Hausaufgabenbetreuung sowie verschiedenartiger Neigungsangebote umfassen muss. Nach Möglichkeit soll das Angebot durch zusätzliche Lernhilfen und Förderangebote ergänzt werden. Die Teilnahme an den Angeboten ist freiwillig. Die Schüler bzw. deren Eltern entscheiden sich mit der Anmeldung für eine verbindliche Teilnahme für die Dauer eines Schuljahres. Die Mindestteilnahmeverpflichtung beträgt hierbei drei Nachmittage pro Woche im Umfang von zusammen mindestens sechs Zeitstunden. Dieses Angebot ist für die Eltern, mit Ausnahme der Kosten für die Mittagsverpflegung, an staatlichen Schulen grundsätzlich kostenfrei.

Das bedeutet diese Schulform für Eltern

PRO:
Ein wichtiger Vorteil
, wenn Ihre Kinder eine offene Ganztagsschule besuchen:
Sie können sich ohne zusätzlichen Organisationsaufwand Ihrer beruflichen Tätigkeit widmen.

  • Entlastung für die Erziehungsberechtigten – Vor allem in Hinblick auf Alleinerziehende.
  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Hausaufgaben werden unter Aufsicht gemacht und es kann Hilfestellung gegeben werden.
  • Verringerung der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen – Reduzierung der Verwahrlosungsgefahr, Konsumverführungen und Kontakte mit der Drogenszene.
  • Das Schulklima verbessert sich.
  • Es kann besonders auf gesunde Ernährung geachtet werden z. B. durch qualitativ hochwertiges Mittagessen und/oder Kochkurse.

CONTRA:
Ein Nachteil der Ganztagsschulen ist allerdings, dass Sie zunehmend pädagogischen Einfluss auf Ihre Kinder verlieren. 
Fakt ist, dass Schüler zu viel Freizeit einbüßen und gleichzeitig in den Schulen überfordert werden können.

  • Der Staat mischt sich in die Erziehung ein und der erzieherische und bildende Einfluss der Eltern auf ihr Kind nimmt ab.
  • Der Einfluss der selbstbestimmten Peer-Group nimmt ab – Fähigkeit des Aufbaus eines eigenen sozialen Netzwerkes geht verloren.
  • Hausaufgaben bzw. Lernen muss trotzdem zusätzlich noch zu Hause erfolgen.
  • Weniger Zeit für Familien, Musikschule oder Sportvereine etc. werden schlechter mit der Schule kombinierbar, bzw. es verschieben sich solche Aktivitäten noch weiter in den Abend hinein.
  • Oftmals fehlt eine entsprechende räumliche Ausstattung – Relaxsofa in der Schule ist nicht das Gleiche wie das Bett zu Hause..
  • Oft werden nicht qualifizierte Kräfte eingesetzt, so dass lediglich eine Betreuung stattfindet.
  • Förderung von Unselbständigkeit durch ganztägige Lehrerabhängigkeit bzw. Betreuungspersonal.
  • Die psychische und körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder wird überreizt.
  • Die zeitliche Ausdehnung der Anwesenheitspflicht von Lehrern schränkt die intensive und kreative Vorbereitung auf den Unterricht ein.
  • Als Nebeneffekt verabschieden sich immer mehr Eltern von der Erziehungstätigkeit bzw. der Erziehungsverantwortung.
  • Die Kinder sind mehr als zu Hause Außenreizen ausgesetzt – dies kann vor allem für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) problematisch sein.
  • Auch für Lehrer/innen ergeben sich, durch den ganztägigen Schulaufenthalt ähnliche Auswirkungen (u.a. Einschnitte im Freizeitbereich) wie bei den Schüler/innen.



Sachsen-Anhalt
Ganztagsschulen sind im Schulgesetz Sachsen-Anhalts verankert und finden sich auch in allen Schulformen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie an mindestens drei Tagen in der Woche ganztägig ein Bildungs- und Betreuungsangebot bereithalten, wobei auch der Pflicht- oder Wahlpflichtunterricht auf den Nachmittag gelegt werden kann.
Weitere Informationen:
http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=18358

   

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